Lob des Klassenunterrichts

Als der französische Schriftsteller Albert Camus für sein erzählerisches, dramaturgisches, philosophisches und publizistisches Gesamtwerk den Literaturnobelpreis zugesprochen bekam, musste er unwillkürlich an seinen ersten Lehrer in der algerischen Volksschule zurückdenken – und schrieb ihm kurze Zeit später in einem Brief:

»Ohne Sie, ohne Ihre liebevolle Hand, die Sie dem armen kleinen Kind, das ich war, gereicht haben, ohne Ihre Unterweisung und Ihr Beispiel wäre nichts von alledem geschehen. Ich mache um diese Art Ehrung nicht viel Aufhebens. Aber diese ist zumindest eine Gelegenheit, Ihnen zu sagen, was Sie für mich waren und noch immer sind, und um Ihnen zu versichern, dass Ihre Mühen, die Arbeit und die Großherzigkeit, die Sie eingesetzt haben, immer lebendig sind bei Ihrem kleinen Zöglinge, der trotz seines Alters nicht aufgehört hat, Ihr dankbarer Schüler zu sein.«

Was mag das für ein Lehrer gewesen sein, den der berühmt Gewordene derart ehrte?

Entnommen: GWB-Flugschrift 3

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