Alarmsignale nicht länger ignorieren!

Das Schulbarometer 2026 zeigt eine deutliche Zunahme psychischer Belastungen bei Kindern und Jugendlichen. Für unseren Lehrkräfteverband ergibt sich aus den Befunden ein klarer Handlungsauftrag an die Politik.

Die aktuellen Ergebnisse des Deutschen Schulbarometers 2026 zeigen eine erschreckende Entwicklung: Erstmals seit der Corona-Pandemie nimmt der Anteil der Kinder und Jugendlichen mit psychischen Auffälligkeiten wieder zu. Es ist, auch für die IVL, klar: Die Politik darf dieses Alarmsignal nicht länger ignorieren.

„Die Zahlen sind ein schriller Weckruf. Schule ist nicht nur Lernort, sondern auch Lebensraum – und dieser Lebensraum gerät für viele junge Menschen zunehmend unter Druck“, erklärt Ralf Neugschwender, Vorsitzender unseres Verbandes. Schule hat einen entscheidenden Einfluss auf das Wohlbefinden von Schülerinnen und Schülern. Gute Beziehungen zu Lehrkräften, ein positives Klassenklima und qualitativ hochwertiger Unterricht wirken stabilisierend und stärkend.

Daraus ergibt sich ein klarer Handlungsauftrag an die Bildungspolitik in Bund und Ländern. „Lehrkräfte leisten täglich Enormes, aber sie stoßen immer häufiger an ihre Grenzen“, mahnt Neugschwender. „Wer von Schulen erwartet, dass sie sowohl Bildungserfolg sichern als auch psychische Stabilität fördern, muss ihnen auch die notwendigen Ressourcen zur Verfügung stellen. Denn Beziehungsarbeit braucht Zeit.“

Wir fordert deshalb:

  • eine deutlich bessere personelle Ausstattung mit Schulpsychologinnen und Schulpsychologen,
  • mehr zeitliche Ressourcen für pädagogische Arbeit,
  • kleinere Klassen, um individuelle Förderung und persönliche Entwicklung tatsächlich zu ermöglichen.

„Beziehungsarbeit ist kein Schlagwort, sondern eine Frage der Rahmenbedingungen“, betont Neugschwender. „Wir wissen längst, was gute Schule ausmacht. Jetzt geht es darum, die richtigen Konsequenzen zu ziehen. Jede weitere Verzögerung geht zulasten der Kinder und Jugendlichen aber auch zu Lasten der Lehrkräfte in unserem Land.“

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