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IVL zum taz-Interview der schleswig-holsteinischen Bildungsministerin Karin Prien: Heterogenität kann nur durch Differenzierung begegnet werden!
30.10.2017

Die Interessenvertretung der Lehrkräfte in Schleswig-Holstein (IVL) kritisiert die Aussagen der schleswig-holsteinischen Bildungsministerin Karin Prien in ihrem taz-Interview vom 27.10.’17 zu den inhaltlichen und strukturellen Ausrichtungen der Gemeinschaftsschulen und Gymnasien. Beide Schularten sollten ihre Profile stärker herausstellen und wörtlich: „Die Gymnasien haben eine gute wissenschaftliche Expertise und bereiten ausschließlich auf das Abitur vor. Die Gemeinschaftsschulen arbeiten auch daran und haben zudem hervorragende pädagogische Konzepte für heterogene Schülerschaften. Mit G9 machen wir beide Schularten stark.“

Dazu die IVL-Landesvorsitzende Grete Rhenius: „Die ,hervorragenden Konzepte für heterogene Schülerschaften’ möchte ich sehen. Die Kolleginnen und Kollegen verzweifeln reihenweise an eben dieser Heterogenität; sie werden krank, gehen so früh wie möglich, auch unter finanziellem Verzicht, in Pension oder Rente.“

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Programmieren lernen in der Grundschule
30.10.2017

„Ich finde es richtig, schon Grundschüler spielerisch an das Thema Programmieren heranzuführen“, sagt die Kieler Bildungsministerin Karin Prien (CDU).

Bereits Grundschüler sollen so nach Auskunft aus dem Kieler Bildungsministerium an die digitale Welt herangeführt werden. "Wer ist denn dafür qualifiziert" fragt die IVL-Vorsitzende Grete Rhenius. Das Fach "Informatik" wird bislang in der Ausbildung der Grundschullehrer nicht angeboten. "Gerade die fach- und altersgerechte Heranführung an dieses Thema", so Grete Rhenius, " ist von eminenter Wichtigkeit für den Einstieg in die Welt der digitalen Lehr- und Lernmittel und damit für das Verständnis digitaler Kommunikationsmittel."


WARNUNG
11.10.2017

Offensichtlich greift im Augenblick eine besonders fiese Masche um sich. Seit Tagen erhalte ich Mails, mit der Absenderkennung Grundschule in unserem Land zu sein. Als jeweilige Anlage ist eine doc-Datei eingebunden.

Es wird der Hinweis auf eine beigefügte angebliche Rechnung gegeben. Offensichtlich werden als Empfänger Lehrerinnen und Lehrer ausgespäht. Zweifelsfrei enthält dieser Anhang dann gefährliche Inhalte.

Wir wählen diesen Weg, um Kolleginnen und Kollegen ausdrücklich und auch nachdrücklich zu warnen, diese Mails zu öffnen.

Unter z.B. "Thunderbird" haben Sie die Möglichkeit den Quelltext solcher Mails zu lesen (Ansicht/Nachrichtenquelltext) ohne den Anhang zu öffnen.

Hier das Beispiel eines solchen Quelltextes (gekürzt), das angeblich von der Grundschule in Schwarzenbek stammt.

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Die Digitalillusion
FAZ, 18.09.2017
Drei Studien erwecken den Eindruck, als lasse sich Lernen durch digitale Medien revolutionieren / Von Heike Schmoll

BERLIN, 17. September Es scheint so, als hinge die gesamte Zukunft der schulischen Bildung daran, ob digitale Medien in den Schulen zur Selbstverständlichkeit werden. Jedenfalls legen das zwei Studien und das Bildungsbarometer des ifo-Instituts nahe. Die Schulen sollten die Digitalisierung vorantreiben, finden laut ifo-Umfrage 63 Prozent der über 4000 repräsentativ befragten Deutschen; sie halten es für richtig, 30 Prozent der Unterrichtszeit für das selbständige Arbeiten am Computer zu nutzen. Vor zwei Jahren waren erst 48 Prozent dafür. Einheitliche Abschlussprüfungen beim Haupt- und Realschulabschluss, sowie beim Abitur wünscht sich eine überwältigende Mehrheit, 75 Prozent sprechen sich außerdem dafür aus, Bildungsreformen zunächst in kleinem Rahmen zu testen, bevor sie flächendeckend eingeführt werden.

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Das Popitzsche Gesetz
20.09.2017

Sie kennen das "Popitzsche Gesetzt" noch nicht? Gerade bei der zur Zeit von manchen Politikern und Standesvertretern geführten Diskussion um das so genannte "Kooperationsverbot" in der Bildungspolitik, spielt dieses Gesetz eine bedeutende Rolle. Angeblich gibt es ein Verbot der Zusammenarbeit von Bund und Ländern in der Bildungspolitik. Im Grundgesetz ist ein solches Verbot jedoch nicht verankert. Dort wird nur geregelt, welche Ebenen für die Bildungspolitik zuständig sind.

Das "Popitzsche Gesetz" formuliert das Zuwachsen des Zentralismus. Schon heute nimmt der Bund einen erheblichen Einfluss auf die erweiterte Bildungspolitik in unserem Land.

Es ist eine "retrospektive Kleinstaaterei", wenn heute von Ländern, wie z.B. Bayern, eine Lockerung des angeblichen "Kooperationsverbotes" strikt abgelehnt wird, Geld und Unterstützung vom Bund aber gefordert wird. Dem steht das genannte Gesetz entgegen.

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IVL zum Hamburger Schulleistungstest - KERMIT
21.07.2016

Unter dem Motto „Kompetenzen ermitteln“ – KERMIT – führen alle Hamburger Grundschulen, Stadtteilschulen und Gymnasien seit dem Schuljahr 2012/13 jährlich in unterschiedlichen Klassenstufen standardisierte Schulleistungstests durch. Die Aufgaben orientieren sich an den Anforderungen der nationalen Bildungsstandards und der Hamburger Bildungspläne. Die Test-Ergebnisse informieren die Lehrkräfte über fachbezogene Stärken und Schwächen ihrer Lerngruppen.

Nach den Ergebnissen der Erhebung erreichen 63 Prozent der Stadtteilschüler nicht den Mindeststandard im Fach Mathematik und die Spreizung der Deutschergebnisse gegenüber den Gymnasiasten sei überdeutlich.

„Das ist sehr beunruhigend, da die Hamburger Stadtteilschulen in der Regel das gleiche Prinzip wie die Gemeinschaftsschulen bei uns verfolgen – radikale Inklusion, Binnendifferenzierung und so genanntes, längeres gemeinsames Lernen’ als bildungspolitisches Allheilmittel – aus unserer Sicht ist der Hamburger Weg der falsche“, kommentiert die Landesvorsitzende der Interessenvertretung der Lehrkräfte in Schleswig-Holstein (IVL) Grete Rhenius die Ergebnisse im Nachbarland.

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